Versicherungen - laufende Beiträge

Über lange Laufzeiten bei regelmäßigem Sparen bieten Versicherungen mitunter gute und höchst unterschiedliche Lösungen, wobei je nach Neigung und Ziel vermutlich auch eine Produktgruppe dabei ist, die einem langfristigen Ziel mit entsprechender Risikoneigung entgegen kommt.

Aus aktueller steuerlicher Sicht ist unter diesen Umständen dem Versicherungsmantel der Vorzug zu geben, da dieser Schutz vor diversen Steuern des investierten Kapitals bietet. So entfallen im Versicherungsmantel sämtliche kapital/ertragsbezogenen Steuern wie KESt oder SPESt. Einige Versicherungsprodukte bieten darüber hinaus spesenfreie Depots bzw. Ankäufe von Investments. 

 

Nachteil einer Versicherung könnte sein, dass Sie bei vorzeitiger Kündigung oder Stilllegung der Prämien durch die bereits entnommenen Kosten nicht den erwünschten Anlageerfolg haben.

Die Mindestbindung einer Versicherung ist zudem durch eine Gesetzesnovelle auf 15 Jahre angehoben worden, was eine frühere Kündigung absolut unwirtschaftlich macht.

 

Die steuerliche Nutzung im Rahmen von Sonderausgaben ist mit 1.1.2016 für Neuverträge ersatzlos gestrichen.

 

Bei Versicherungen als Pensionsvorsorgelösung findet man eine breite Produktvielfalt, die unterschiedlicher nicht sein könnte und lediglich den Versicherungsmantel als kleinsten gemeinsamen Nenner hat.

 

Klassische Lebensversicherungen zeichnen sich dadurch aus, dass Sie das investierte Vermögen in einem engen gesetzlich vorgegebenen Deckungsstock zu investieren haben und einen Garantiezins von 1,75% (aktuell und regulativ festgelegt für alle) auf die investierten Beträge zu gewähren haben. Dadurch erhalten Sie eine minimal höhere Garantie als die Summe der einbezahlten Beiträge. Diese Sicherheit kostet leider auch Geld im Sinne von nicht zu realisierenden Gewinnen durch eine sehr konservative Veranlagung. Eine Sicherheit, die bei steigender Inflation rasch zu einem über 30 jährigen Zeitraum realen Verlust führen könnte. Da wir aktuell eine sehr niedrige Verzinsung vorfinden, erscheint mir hier eine gewisse Skepsis angebracht, da es fraglich bleibt, ob hier tatsächlich Erträge erwirtschaftet werden können, wenn man die Inflation berücksichtigt.

Ab und zu angeboten, aber eher abzulehnen ist eine Kombination dieser Form der Versicherung mit einer Ablebenskomponente.

 

Staatlich geförderte Zukunftsvorsorgen gibt es in Österreich seit dem beginnenden Jahrtausend, wobei die Grundidee vernünftig scheint, bei Veranlagung und Produktgestaltung die Bedürfnisse aber doch sehr spezifisch sein müssen, um hier nicht zu sehr eingeschränkt zu werden.

Die staatliche Förderung wurde bereits auf aktuell um die Hälfte von 8,5% auf 4,25% der Beitragsprämie reduziert. Weiters lockt dieses Produkt durch völlige Steuerbefreiung bei widmungsgemäßer Verwendung als dauerhafte und wiederkehrende Rentenleistung. Bei widmungswidriger Auflösung muss man die halbe Prämie zurückzahlen und es wird auch die Summe nachversteuert. Garantie muss auf die eingezahlte Prämie samt staatlichem Zuschuss gewährt werden (nur bei widmungsgem. Verwendung). Bei der Überführung des angesparten Vermögens gibt es Produkte, die bereits jetzt die aktuellen Sterbetafeln garantieren. Dies wäre ein Vorteil, da die Sterbewahrscheinlichkeit tendenziell zunimmt und damit die errechnete Rente später geringer würde.

 

Britische Lebensversicherung von Standard Life ist eine nicht zu verwechselnde Produktgruppe mit denen Sie vielleicht bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben!!!

Standard Life ist eine sehr bonitätsstarke Versicherung aus Schottland mit niedrigen Kostensätzen, denen auch ich meine Pensionsvorsorge anvertraue und dies bis jetzt durchaus mit Erfolg.

Man kann zwar keine Veranlagung beeinflussen, bekommt aber von Beginn an eine garantierte Zielsumme genannt, die allerdings bei ca. 90% der kumulierten Beiträge liegt. Im Laufe der Zeit werden aber Bonusdeklarationen vorgenommen, die dann auch als Mindestauszahlungssumme festgelegt werden. Die Investments werden in Euro geführt und sind daher nicht wechselkursabhängig. Die Veranlagung wird gemanagt und orientiert sich an einer ertragsorientierten Sicherheit. Standard Life bietet als zweite Möglichkeit eine Fondsgebundene Lebensversicherung mit höchst interessanten Investmentfonds – hier gäbe es aber entsprechende Alternativen.

 

Fondsgebundene Lebensversicherungen haben sich in Österreich in den mittleren 1990er Jahren entwickelt und wurden größtenteils durch den angestellten Außendienst diverser Versicherer unter falschen Voraussetzungen angeboten. Mittlerweile gibt es in dieser Gruppe eine ebenfalls starke Produktunterscheidung, die unterschiedlichsten Zielsetzungen gerecht werden kann.

So gibt es Produkte mit breiter Fondsauswahl, die von konservativen Investmentfonds bis hin zum spekulativen Produkt aber auch zu (aktuell unattraktiven) Garantiefonds und Zielfonds reichen. „Gemanagte Varianten“ sollte man sehr kritisch betrachten, da dieses Management Geld kostet und eine falsche Sicherheit verspricht! Beratung und Kontrolle oder eben die Wahl zum geeigneten Produkt sind hier Garant für entsprechenden Erfolg.

 

Wichtig erscheint mir neben der Wahl der Produktgruppe und den Kosten auch die Seriosität des Unternehmens in die Entscheidung einzubeziehen, da es sich um eine Entscheidung für die kommenden Jahrzehnte handelt. Experimente mit kleineren oder exotischen Anbietern würde ich hier eher meiden, obgleich die Investments als Sondervermögen jeweils gesichert sein sollten.