betriebliche Kollektivversicherungen

Die Betriebliche Kollektiv-Versicherung ist das einzige Modell einer betrieblichen Garantiepension. Deshalb eröffnet die Novelle des Pensionskassengesetzes den Anwartschafts- und Leistungsberechtigten einer Pensionskasse nun auch die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen von einer Pensionskasse (PK) in eine Betriebliche Kollektivversicherung (BKV) zu wechseln. Der einzelne Mitarbeiter (Pensionist) kann darüber selbst entscheiden!

 

Die Möglichkeit des Wechsels besteht für Anwartschaftsberechtigte ab dem 55. Lebensjahr, wobei diese Entscheidung jährlich bis zum 31.10. getroffen werden kann; der Wechsel erfolgt zum nachfolgenden Jahresbeginn. Letztmals ist ein Wechsel bei Pensionsbeginn möglich.

 

Wichtige Voraussetzung: Die Möglichkeit eines Wechsels muss in der Betriebsvereinbarung oder Einzelvereinbarung vorgesehen werden. Weiters muss das Unternehmen einen BKV-Rahmenvertrag abschließen.

 

NEU: Ein BKV-Rahmenvertrag des Unternehmens ist auch notwendig, damit Mitarbeiter bei Pensionsbeginn in eine betriebliche Garantiepension (BKV) wechseln können!

 

Übrigens: Mit einem BKV-Rahmenvertrag kann das Unternehmen auch den neueintretenden Mitarbeitern von Beginn an die Möglichkeit einräumen, zwischen dem System der betrieblichen Garantiepension (BKV) und der Pensionskasse zu wählen!

Personen, die bereits eine Pension aus einer Pensionskasse beziehen, haben hingegen nur heuer die einmalige Gelegenheit zu einem Umstieg in die BKV. Nach einer Entscheidung bis 31.10.2013 wird der Wechsel mit 01.01.2014 wirksam.

Wer seine Pensionsansprüche von einer PK in eine BKV übertragen möchte, muss seinen Wechselwunsch der PK schriftlich bekannt geben. Die PK hat dem Pensionskassenberechtigten daraufhin den Unverfallbarkeitsbetrag bekannt zu geben, der zur Übertragung in eine BKV zur Verfügung steht. 
Pensionskassenberechtigte, die noch keine Pension beziehen bzw. unmittelbar davor stehen, müssen ihren Wunsch auch dem Arbeitgeber schriftlich anzeigen.

Immer dort, wo Berechtigte Wahlmöglichkeiten erhalten, kommt einer umfassenden Information über die Entscheidungsgrundlagen besondere Bedeutung zu. Deshalb hat die Finanzmarktaufsicht die Informationspflichten im Zusammenhang mit den erweiterten Wechselmöglichkeiten sowohl für Pensionskassen als auch der Versicherungsunternehmen in einer Verordnung detailliert festgelegt.

 

Der Wechselinteressierte erhält nach Bekanntgabe an die Pensionskasse von dieser eine Informationsunterlage. Auch vom Versicherungsunternehmen, in das er seinen Unverfallbarkeitsbetrag übertragen lassen möchte, erhält er eine anlassbezogene Information.

Die Information der BKV hat insbesondere zu enthalten:

  • Verwendete Rententafeln und der Rechnungszinssatz der aufnehmenden BKV
  • Darstellung der systematischen Unterschiede zwischen BKV und PK. Gemeinsamkeiten der beiden Vorsorgelösungen in arbeits- und sozialrechtlicher Hinsicht, jedoch Unterschiede hinsichtlich Veranlagung, Garantieleistungen und Änderung der verwendeten Rententafeln. In der BKV ist eine garantierte Mindestrente und die Verwendung der bei Einbeziehung in die BKV gültigen Rententafeln vorgesehen. In der PK gibt es grundsätzlich keine Garantieleistungen und die verwendeten Rententafeln werden bei Bedarf angepasst.
  • Prognose der künftigen Entwicklung der Altersversorgung in der aufnehmenden BKV. Durch die Prognose ist auf Basis des im Rahmen der Pensionskassenzusage erworbenen Unverfallbarkeitsbetrages ein möglichst realistisches Bild der künftigen Entwicklung der Altersversorgung darzustellen

 

Alle Hochrechnungen können natürlich nur auf pauschalen Annahmen über künftige Entwicklungen beruhen. Daher ist ein zusätzlicher Blick in die Realität (Vergangenheit) sinnvoll: 
Zwischen 2005 (=Einführung der BKV) und 2012 ist eine BKV-Rente (Gesamtmarkt Österreich, bei einem angenommen Rechnungszins von 2,25 %) um 14,31 % gestiegen, während eine PK-Rente (Gesamtmarkt Österreich, bei einem angenommen Rechnungszins von 4 %) im Vergleichszeitraum um 8,03 % gesunken ist.

 

Betrachten Sie diesen Vergleich allerdings mit Vorsicht, denn hier wurde von unterschiedlichen Zinssätzen ausgegangen und welches System eine langfristig bessere Performance für Sie erziehlt lässt sich daraus mit Sicherheit nicht ableiten.

 

 

Quelle: Generali News