Was uns der Sommer bereits geboten hat...

Vom Urlaub mit Hitzeschäden zurückgekehrt, möchte ich auf wenige Punkte der Wirtschaft Bezug nehmen, die in den letzten Wochen durch die Medien aufgegriffen wurden.

 

Goldman-Sachs-Mitarbeiter Fabrice Tourre wurde nun als Symbol- und Leitfigur der Auswüchse der Finanzwirtschaft schuldig gesprochen, durch Manipulation und bewusst gestreuten Fehlinformationen Milliardenschäden verursacht zu haben. Vielleicht eine späte Genugtuung für Geschädigte und ein kleines Zeichen der Vernuft für die Aufarbeitung einer Misswirtschaft im Namen der freien Marktwirtschaft.

Manipulation zum Zwecke der Gewinnmaximierung Weniger auf Kosten Vieler! Letztlich ist die Verurteilung eine Errungenschaft des Rechtsstaates, das aber nichts daran ändert, dass das System weiterhin funktioniert und in ähnlicher Weise zu Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten führen wird. Diese Verurteilung einer treibenden Einzelperson ist nur dann nachhaltig, wenn in gleichem Maße auch das Unternehmen und noch viel mehr das System der Marktwirtschaft abgestraft, reformiert und kontrolliert wird.

Männer wie Tourre mit einem dringenden Geltungsbedürfnis und der Skrupellosigkeit eines taffen Bankers gibt es zu Hauf und werden von einem "Berufsverbot und Geldstrafe" wohl nicht abgeschreckt werden. 

 

Die Finanzkrise, ausgelöst durch solche und ähnlicher Entscheidungsträger haben nicht nur monetäre Schäden hinterlassen, sondern in die Lebenswelten von Millionen Menschen eingegriffen.

Aktuell sind in Europa 12,1 Prozent der Erwerbstätigen arbeitslos. Das sind zwar 24.000 arbeitslose Personen weniger als im Vormonat - der erste Rückgang seit April 2011, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte, die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verharrte allerdings auf dem Rekordwert.

Die Unterschiede im Währungsraum ist weiterhin sehr groß: Von den Mitgliedstaaten verzeichneten Österreich (4,6%), Deutschland (5,4%) und Luxemburg (5,7%) die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die höchsten Quoten meldeten Griechenland (26,9% im April 2013) und Spanien (26,3%). Die Arbeitslosenquote stieg über ein Jahr betrachtet in siebzehn Mitgliedstaaten und fiel in zehn. Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Juni 2013 bei 7,6%, unverändert gegenüber dem vorherigen Monat und 8,2% im Juni 2012.

 

Diese Not macht erfinderisch und so ist zu lesen, dass Staaten wie Spanien, Griechenland oder Zypern Investoren mit Aufenthaltsgenehmigungen und Staatsbürgerschaften locken, wenn Sie nur die entsprechenden Mindestsummen im Land investieren. Chinesen und Russen werden so - Reichtum vorausgesetzt - zu EU Bürgern mit Aufenthaltstitel. Was in Kärnten noch als Missbrauch der politischen Macht verurteilt wurde, scheint nun doch salonfähig zu werden. Die moralische Frage ist dabei wohl nicht so leicht zu beantworten, wie sie gestellt ist. Einmal mehr wird aber deutlich, dass Geld als Ware Türen und Tore öffnet, die sonst fest verschlossen und gut gesichert sind.

 

Die Hitzeschäden des heurigen Sommers scheinen auch Herrn Berlusconi entsprechend zuzusetzen, denn wenn er als erstmalig verurteilter Straftäter immer noch davon überzeugt ist, "nicht aufzugeben und weiter für die Demokratie zu kämpfen" dann würde ich gerne wissen, wo dieser Mann sein nicht endenwollendes Selbstvertrauen nimmt!

 

Ob dieser Sommer noch weitere Turbulenzen an den Aktienmärkten bringt, bleibt Spekulation, so sicher wie das Ende der Hitzewelle sollte aber auch voraussehbar sein, dass Investments in Aktien eine nach wie vor interessante Option für sehr langfristig Denkende bleibt.

 

Ich wünsche Ihnen jedenfalls noch ein paar schöne und angenehme Sommertage und Wochen und hoffe, dass sowohl die Wetter-, wie auch die Finanzkapriolen nicht in heftige Unwetter münden.

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