geänderte Geldpolitik erwartet ...

 

 

AXA Investment und Threadneedle Manager meinen aus verschiedensten Gründen zu erkennen, dass sowohl die USA als auch die Europäer die geldpolitische Lockerung beenden bzw. auslaufen lassen werden.

 

"QE" ("quantitative easing", also geldpolitische Lockerung) war das Rezept der letzten Jahre, um dem Vertrauensverlust durch die Krise und der damit einhergehenden Geldverknappung entgegenzuwirken.

 

Laut den genannten Gesellschaften zeichnet sich nun ein nahendes Ende ab. Die US-Notenbank scheinz zu signalisieren, ihre Strategie zu überdenken und den massenhaften Aufkauf eigener Staatsanleihen gegen gedrucktes Geld zurückfahren zu wollen. Stephen Thornber, Manager beim britischen Fondsanbieter Threadneedle,  vermutete einen schonenden Ausstieg aus der losen Geldpolitik während der kommenden Jahre. "Wie genau der Ausstiegsprozess aus der QE-Politik aussehen wird, ist zwar unsicher, denn ein vergleichbares Projekt hat es noch nie gegeben  und wurde folglich auch noch nicht beendet", erklärt Thornber. "Wir gehen aber davon aus, dass man die stützenden Maßnahmen langsam auslaufen lässt, möglicherweise über mehrere Jahre gestreckt."

Thornber ist der  Anlagestratege des Threadneedle Global Equity Income Fund und vermutet, dass davon vor allem dividendenstarke Aktien profitieren werden. Nur wenn die Notenbanken davon ausgehen, dass das Ende des QE-Kurs die Wirtschaft auch ohne weitere Unterstützung nicht gefährdet ist und robust wachsen kann, wird dieser Schritt behutsam gesetzt werden.  Steigen die Zinsen (was langfristig unvermeidlich ist), so verlieren Anleihen an Attraktivität und Kurs. Ein Ausweichen auf riskantere Unternehmensanleihen oder eben Dividendenaktien ist wohl eine der wenigen Möglichkeiten, bei dem Verlustszenario dabei zu sein. 


Auch AXA Investment Managers sehen die Konjunkturerholung der USA als vermehrte Voraussetzung für einen geldpolitischen Kurswechsel. Im aktuellen Marktkommentar verweist der Fondsanbieter darauf, dass die US-Notenbank ein Ende der QE-Politik stets an die wirtschaftliche Entwicklung geknüpft habe, was nun der Fall sei. Ausserdem gebe es immer mehr Verantwortliche der US-Geldpolitik die der Auffassung sind, dass die Kosten der Niedrigzinspolitik den Nutzen überstiegen.

 

Das scheint in Europa allerdings erst mit Verzögerung wirksam zu werden, denn unlängst hat Dragi noch gemeint, dass er weitere Massnahmen verfügbar hat, um den Geldkreislauf zu stimulieren. Diese Sorge ist der noch nicht angesprungenen Konjunktur geschuldet und damit noch eine andere Debatte, als die in den USA geführte.

 

Letztlich bleibt es aber nur eine Frage der Zeit, bis sich Kunjunkturen erholen und damit wieder Zinsen angehoben werden. Wer dann noch Staatsanleihen hält, sollte sich auch über die Verluste Gedanken machen. Diese Verluste werden wohl auch als gut gehütetes Geheimnis bei den klassischen Lebensversicherungen ankommen, denn ein Ausweichen in alternative Konzepte ist hier bedeutend schwieriger, als das ein privater Investor kann.

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