Den Fälschern auf der Spur!

Eine Ausstellung im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank (Quelle: Presseaussendung der österr. Nationalbank)

Geldfälschung ist so alt wie das das Geldwesen selbst. Bereits kurz nach dem Aufkommen der ersten Münzen im 7.Jh. v. Chr. traten die ersten Falschmünzer auf den Plan. Die neue Ausstellung im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) begibt sich auf eine Spurensuche durch die österreichische Geld- und Kriminalgeschichte. Mit mehr als 300 zum Teil noch nie gezeigten Exponaten spannt  sich ein Bogen von gefälschten Goldmünzen aus keltischer Zeit bis zu Fälschungen der Gegenwart und den Sicherheitsmerkmalen der ersten neuen „Hightech – Banknote“ der Euro Serie II, die ab Mai 2013 in Umlauf kommt.

 

Das Spektrum der Fälscher reicht von dilettantischen Einzeltätern über organisierte Banden bis zu politisch motivierten staatlichen Aktionen. Viele Fälscher blieben unerkannt, andere endeten auf dem Richtplatz in siedendem Öl oder bis in das 19.Jh. hinein am Strang, später im Kerker. Manche erlangten sogar eine gewisse Berühmtheit, wie Österreichs „genialster“ Geldfälscher, Peter Ritter von Bohr. Sein Fall hatte besondere Brisanz, war Bohr doch Mitbegründer der Ersten österreichischen Spar-Casse und verfügte über Kontakte bis zum Kaiserhof.

 

Im Laufe der Zeit wurde Falschgeld auch immer wieder als politisches Instrument eingesetzt. So ließ Napoleon zwischen 1805 und 1809 in großem Maßstab Wiener Stadt-Banco-Zettel fälschen, um Österreich wirtschaftlich zu schwächen. Ähnliche Ziele verfolgte das NS-Regime mit der „Operation Bernhard“ gegen England. Diese größte staatliche Fälschungsaktion der Geschichte wurde nicht zuletzt durch den Oscar prämierten Film „Die Fälscher“ von Stefan Ruzowitzky weltbekannt.

 

In der Ausstellung sind Fälschungen von Münzen und Papiergeld aus zwei Jahrtausenden zu sehen: Originale Fälscherutensilien, eine Druckplatte für das britische Pfund der „Operation Bernhard“, die erste in Österreich entdeckte Euro-Fälschung oder der Fund von Werfen mit seinen 1020 verfälschten Münzen aus dem 16.Jh., bilden besondere Highlights. Die Gegenüberstellung von Original und Fälschung ermöglicht direkte Vergleiche und gibt Einblicke in den technologischen Wettstreit zwischen Banknotendruckern und Fälschern.

 

Die Bekämpfung von Falschgeld bzw. die Prävention war stets ein wesentliches Anliegen der Prägeanstalten und Notenbanken. Heute setzt man dabei vor allem auf die Information der Bevölkerung und Verbesserungen beim Fälschungsschutz, um Fälschern technisch immer einen Schritt voraus zu sein.

 

Die selten gezeigten einschlägigen Sammlungsobjekte der OeNB wurden für die Ausstellung durch Leihgaben des Österreichischen Bundeskriminalamts, von EUROPOL (Den Haag), dem Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien, dem Archäologischen Park Carnuntum, dem Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums, der Österreichischen Nationalbibliothek, dem Österreichischen Staatsarchiv, dem Wiener Kriminalmuseum, dem Stadtarchiv Steyr sowie dem Stadtarchiv und dem Stadtmuseum Wiener Neustadt und privater Leihgeber ergänzt.

 

 

Ausstellungsdauer:

20. März 2013 bis 31. Jänner 2014

 

Öffnungszeiten des Geldmuseums:

Dienstag und Mittwoch von 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr

Donnerstag von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr

Freitag von 9.30 Uhr bis 13.30 Uhr

Samstag bis Montag, an Feiertagen sowie am 24.12. und 31.12. Geschlossen

 

Eintritt frei, Workshops und Führungen kostenlos

 

Adresse:

Oesterreichische Nationalbank, Geldmuseum, Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien

 

Weitere Informationen bzw. Fotos unter www.geldmuseum.at bzw. geldmuseum@oenb.at, Tel: (+43-1) 404 20-6644

 



Verleger, Herausgeber und Hersteller:

Oesterreichische Nationalbank

Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit

Dr. Christian Gutlederer 

 

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