Das Wort zum Sonntag ... am Aschermittwoch

Der Fasching ist zu Ende und mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit bis zu Ostern. So zumindest sieht es jener immer geringer werdende Teil der Bevölkerung, die sich dem christlichen Glauben verpflichtet fühlen und danach leben.

 

In der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Welt scheint der Fasching mitunter lustig weiter zu gehen, denn Zeitungsberichte lassen mich das durchaus vermuten – Narrentreiben auf höchstem Niveau!

Wenn ich da in der Presse die spannende Geschichte einer fröhlichen „Vorstandsverschwörung“ der Telekom lese, die 2004 im Cafe "Hansy" am Praterstern seinen Lauf genommen hat und vor dem Richter endete, weil sich die Herrschaften sicher genug fühlten um aus dem verbotenen Vollen per Kursmanipulation zu schöpfen, so wäre diese Geschichte gut geeignet für einen Faschingswitz. Ist es aber nicht, sondern eine akademische Mischung aus Dummheit und Überheblichkeit, die uns bis zum Urteilsspruch einige weitere Unschuldsvermutungen beschert!

 

Apropos Unschuldsvermutungen – diese gelten selbstverständlich noch immer für prominente und eloquente Herrschaften der Seitenblickegesellschaft vergangener Jahre, wie etwa Strasser, Grasser, Hochegger, Mensdorff, Auer von Welsbach, Meinl, Petrikovic usw., und das selbst dann, wenn Sie aus verschiedensten Gründen mit einer Schuldsvermutung vor dem Richter sitzen.

 

Christian Ortner zeichnet in seinem Buch „Prolokratie“ ein düsteres Bild der fortschreitenden Verdummung und des Sittenverfalls einer demokratisch organisierten Gesellschaft wie eben unsere und plädiert für eine bessere Auslese der Herrschenden sowie eine „Bildungsoffensive“ bei den Beherrschten, die sich nicht nur körperlich sondern vor allem auch geistig von Junk food ernähren. Gustave le Bonds hat sich im ausgehenden 19. Jahrhundert bereits skeptisch gegenüber der „Psychologie der Massen“ gezeigt und wie die Geschichte bewies, hatte er auch teilweise Recht behalten.

 

Wenn die Fastenzeit als Element des Glaubens steht, so möchte ich vor allem glauben, dass das Glas aber dennoch zumindest halb voll ist.

Diese Fülle steht dann für Leute die sich in der Gesellschaft intensiv , freiwillig und für die gute Sache engagieren, für eine Wirtschaft, die sich in alternativen und umweltverträglichen Konzepten übt und saubere Geschäfte macht, für ein dennoch funktionierendes Kontrollsystem in der Exekutive und Legislative unseres Staates, der EU und der Welt.

 

Die Wirtschaft würde jedenfalls ein gesundes  Heilfasten vertragen, um Machenschaften mit globalen, aber auch lokalen, höchst  negativen Folgen für diesen Planeten samt Bewohnern abzustoßen. Denn die Frage ist, wieviele “Monsanto´s“ diese Welt noch ertragen muss?

 

 

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