Steuerabkommen mit Liechtenstein unterzeichnet

Ich möchte die Presseaussendung des BMF auszugsweise übernehmen, da diese Mitteilung von gesellschaftlichem und politischem Interesse ist.

 

Was über Jahrzehnte als "gottgegeben" hingenommen wurde, hat sich angesichts der Finanzkrise und dem damit einhergehenden Druck auf die Finanzminister der EU nach Kapitalbeschaffung marginalisiert. Schwarzgeld lässt sich nun nicht mehr so leicht und bequem über die nahe Grenze schaffen. Für ganz Gemütliche gab es auch das Service, dass das Geld diskret von den Mitarbeitern der liechtensteinischen Banken geholt und veranlagt wurde.

 

Damit ist nun folglich Schluss, wenn man sich nicht weiter entfernte Steueroasen aufsuchen möchte.

Mit diesem Versuch nach "Steuergerechtigkeit" wird es wohl auch eine neue Ungerechtigkeit bei den Gerechtigkeitsverweigerern geben. Der etwas besser verdienende Schwarzgeldbesitzer aus dem Mittelstand wird damit vermutlich endgültig zum Steuerzahler mutieren, ein mit Treuhändern und globalen Netzwerken ausgestatter Multimillionär und notorisch Krimineller wird vermutlich "weiterziehen" und das Schwarzgeld auf die weitere Reise in entferntere Steueroasen schicken. Letztlich gibt es global noch eine Reihe Steueroasen, die sich von unserer Ministerin nicht in die Suppe spucken lassen.

Das soll nicht heißen, dass dieses Abkommen unfair ist - ganz im Gegenteil, es ist ein Schritt in die richtige Richtung und davon sollten noch mehrere gegangen werden.

 

Gerecht ist es aber wohl auch nicht, wenn es schick und legal ist, in einem ehemaligen Piratennest wie Monaco first-class zu "leben" um offiziell und gut gelaunt Steuern zu sparen, um zwischendurch als Gast in der wahren Heimat seinen Zweitwohnsitz samt der von der Allgemeinheit finanzierten Infrastruktur leidlich zu nutzen und ganz nebenbei bei "Seitenblicke" noch Bewunderung und Aufmerksamkeit zu erhaschen!

Zum Thema Gerechtigkeit wurden in letzter Zeit einige Urteile gesprochen und Verfahren eingeleitet die Hoffnung geben und wir können gespannt sein, ob das Abkommen mit Liechtenstein einer der ersten Schritte einer langen Reise in die richtige Richtung ist.

 

 

Hier auszugsweise aus dem Text (www.bmf.gv.at):

 

(...) Das Abkommen mit Liechtenstein basiert auf dem mit der Schweiz abgeschlossenen Abkommen, das einen ähnlichen Regelungszweck verfolgt. Im Gegensatz zu der Vereinbarung mit der Schweiz, das ausschließlich Kapitalvermögen von Österreichern bei Schweizer Banken betrifft, umfasst das Steuerabkommen mit Liechtenstein zusätzlich auch Kapitalvermögen, das von Treuhändern für Österreicher in liechtensteinischen Stiftungen weltweit verwaltet wird.

 

Relevant für die Berechnung der Einmalzahlung ist grundsätzlich die Höhe der Vermögenswerte am Stichtag 31. Dezember 2011 und 31. Dezember 2013. Der dabei zur Anwendung kommende Steuersatz wird anhand einer im Abkommen festgelegten Formel ermittelt, die verschiedenen Faktoren berücksichtigt (z.B. Höhe des Kapitalvermögens, Anstieg des Vermögens, Dauer der Veranlagung). Der Mindeststeuersatz beträgt 15 %, der Höchststeuersatz beträgt grundsätzlich 30 %, wobei dieser in Ausnahmefällen (bei hohen Kapitalvermögen) auf bis zu 38 % steigen kann.

 

Die liechtensteinischen Behörden überweisen die von den liechtensteinischen Banken und Treuhändern eingehobenen Beträge der Einmalzahlungen in mehreren Teilbeträgen an die österreichische Finanzverwaltung. Diese Überweisungen erfolgen zum Großteil im Laufe des Jahres 2014 (2. Jahreshälfte).

 

 

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