Was hat Ihr persönliches Glück mit dem BIP zu tun?

Die Antwort ist einfach - nämlich aktuell wenig bis gar nichts!

 

Die letzte schwere Wirtschaftskrise hat aber scheinbar doch in der Welt der Politik die Frage aufgeworfen, ob das Maß aller Dinge in der Leistungsbemessung einer nationalstaatlichen Wirtschaft das BIP sein kann. Das Brutto-Inlands-Produkt mißt zwar alle mit Geld bezahlten Warenströme und Dienstleistungen eines Staates, eine Reihe an nicht Geldwerten Faktoren bleiben aber unberücksichtig.

Anders formuliert: Man kann bekanntlich auf sehr hohem Niveau ordentlich und nahezu glaubwürdig "raunzen", ja sogar tatsächlich reich und unglücklich sein!

 Die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft ist eben nicht nur in Geld zu messen, sondern findet sich auch in den Werten Sicherheit, Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, soziale Ausgewogenheit uvm. wieder.

 

Diese Erkenntnis ist mit Sicherheit niemandem neu, relativ neu ist aber die Tatsache, dass das auch die Politik in Teilen so sieht und bemüht ist, darauf zu reagieren. 

 

Erfrischend dabei ist, dass selbst die wirtschaftsgetriebene Politik der EU dies bereits 2009 - zur Zeit der tiefsten Verunsicherung - erkannte und "die Welt im Wandel" sah. (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2009:0433:FIN:DE:HTML).

Selbst die Hauptversammlung der UN wiedmete sich im August 2011 diesem Thema und lieferte per Resolution 65/309 (http://www.2apr.gov.bt/images/stories/pdf/unresolutiononhappiness.pdf) eine Grundlage, um eine Abkehr vom geld-und wachstumsgetriebenen Denken einzuleiten.

 

Es mag einem lächerlich vorkommen, wenn das Glück der Nation mittels Indikator gemessen werden sollte, wenn man aber davon ausgeht, dass die Bemessung der Wirtschaftsleistung mittels BIP aus den 1930er Jahren stammt, so lässt dieser sanfte Schwenk zumindest Hoffnung aufkommen, dass die Menschheit zunehmend erkennt, dass es so nicht weitergehen kann.

Eine globale Wirtschaft wie wir sie heute kennen, kann und soll man sich auch nicht wegwünschen, eine ehestmögliche Trendwende zu mehr Qualität des Waren-und Dienstleistungsverkehrs mit dem Ziel, nicht ausschließlich Profit sondern auch Lebensqualität und Nachhaltigkeit zu produzieren, ist aber höchst notwendig. Diese Erkenntnis kommt scheinbar auch in der Politik zusehends an und so ist diese Diskussion um einen "Glücksindikator" nicht lächerlich sondern wünschens-und begrüssenswert!

 

Glücklich macht also schon alleine die Tatsache, wenn es absehbar ist, dass das BIP nicht mehr so dominant im Fokus des politischen Handelns steht! 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0