Sparen in Lebensversicherungen - aber wie?

Wer sich die Frage stellt, in welcher Form ein Sparen möglich und sinnvoll ist, möchte ich an dieser Stelle einige Informationen zu Versicherungssparen liefern.

 

Seit 1.1.2011 abgeschlossene Versicherungen haben eine Mindestlaufzeit von 15 Jahren (vormals 10 Jahre) zu haben, um statt 11% lediglich mit 4% Versicherungssteuer auszukommen. Diese Bindung ist jedenfalls dann auch durchzuhalten, denn bei vorzeitiger Auflösung des Vertrages kommt es zu einer Nachversteuerung, was klarerweise neben den anderen negativen Einflüssen wie eventuelle Stornokosten und ungünstige Versicherungskostenbelastung dieses Investment zu einem Verlustgeschäft macht.

Sollten Sie eine Lebensversicherung haben und es kommt die Hausbank oder ein "Berater" zu Ihnen, um eine bestehende Versicherung zu stornieren, um mit einem neuen Produkt eine tolle Performance bei Ihnen zu erreichen, so sollten sofort und eindringlich sämtliche Alarmglocken schrillen.

 

Versicherungen haben die Merkmale des Versicherungsmantels und der Mindestlaufzeitbindung - dies kann durchaus positiv, aber auch negativ gewertet werden. 

 

Negativ können sich Versicherungskosten auswirken, die zu Beginn des Vertrages angelastet werden, wobei durch gesetzliche Änderungen eine zumindest 5-jährige Verteilung verpflichtend ist. Schlagend wird dieser Nachteil jedenfalls, wenn es zu einer vorzeitigen Kündigung oder Stilllegung kommt.

 

Positiv ist es sicher, wenn man Investements wählt, die eine annehmbare Ertragserwartung liefern und durch den Versicherungsmantel auch endbesteuert sind. Endbesteuert meint, dass damit sämtliche Steuern, wie Kapitalertragssteuer und Spekulationssteuer, entfallen und das kann einen beachtlichen finanziellen Vorteil bringen.

Postiv ist in diesem Zusammenhang auch, dass Kaufspesen und Depotspesen deutlich günstiger sind, was ebenfalls für eine Versicherungslösung sprechen kann.

 

Ab 1.1.2013 hat sich der Garantiezins bei klassischen Lebensversicherungen von 2% auf 1,75% auf die netto Veranlagungssumme reduziert, was für mich in der Beratung bedeutet, dass bei dieser Produktgruppe nahezu einen Warnhinweis, ähnlich bei Zigarettenverpackungen, aufgedruckt werden müsste. Angesichts des aktuellen Zinsumfeldes und der Kostenbelastungen solcher Verträge und der damit verbundenen geringen Ertragserwartungen, sollte eine langfristige Sparform nicht unbedingt in dieser Produktgruppe plaziert werden, wenn nicht wirklich der Hauptfokus auf Kapitalerhalt der Nominale gelegt wird. Bei Berücksichtigung einer allfälligen Inflation wäre hier schon Vorsicht geboten.

 

Alternative Versicherungsprodukte heimischer und internationaler Anbieter sind aber unter gewissen Zielvorstellungen dennoch sinnvoll und können an die jeweilige Risikobereitschaft angepasst werden. Selbst mit Kapitalgarantien ausgestattete Produkte haben mittlerweile interessante Perspektiven, um am Ende einer langen Sparphase Erträge zu erwirtschaften.

 

Der steuerliche Aspekt der Endbesteuerung des Investments durch den Versicherungsmantel gewinnt durch die letztjährigen Änderungen der Abgabenpflicht bei Aktien und Immobilien an Bedeutung und sollte jedenfalls bei einem guten Beratungsgespräch auch thematisiert werden.

 

 

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